Zertifikate für Projekt-Profis: Was hinter „IPMA“, „PMI“ und „PRINCE2“ steht
Projektmanager sollten den geeigneten „Projekt-Führerschein“ auswählen
Zertifikate gewinnen im Projektmanagement zunehmend an Bedeutung. Die im Branchenjargon „Projektführerschein“ genannten Dokumente weisen nach, dass Projektmanager ihr Handwerk verstehen. So hat der Fachverband „GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V.“ in Deutschland bislang rund 20.000 Zertifikate ausgestellt – Tendenz stark steigend. Auch andere unabhängige Organisationen, die Projektmanger zertifizieren, berichten von wachsendem Interesse der Wirtschaft. Der Grund dafür: Unternehmen belegen mit diesen Kompetenznachweisen gegenüber Kunden, dass sie Projekt-Profis beschäftigen und damit komplexen Projekten gewachsen sind.
Doch die begehrte Zertifizierung ist nicht ganz ohne Tücke. Das jeweils erworbene Zertifikat muss zum Unternehmen, zu Kunden und zur Branche passen. „Beispielsweise bevorzugen angloamerikanisch geprägte Unternehmen die PMI Zertifizierung, erklärt Felix Schauerte, PMI Experte beim Beratungsinstitut „next level consulting“ (Bonn). In Europa wiederum ist das IPMA-Zertifikat stark verbreitet. Zudem findet hier das aus Großbritannien stammende „PRINCE2“-Zertifikat immer mehr Resonanz.
Was die Wahl des richtigen Zertifikats schwierig macht: Hinter den verschiedenen Zertifikaten stehen unterschiedliche Ansätze und Methoden („Standards“) für das Projektmanagement. Diese Differenzen werden von Laien kaum erkannt. In der Praxis allerdings können die Unterschiede zu Schwierigkeiten führen. Arbeiten Projektmanager zusammen, die nach verschiedenen Standards ausgebildet und zertifiziert wurden, so kann es zwischen ihnen zu Mißverständnissen und Reibungsverlusten kommen. Dies beeinträchtigt möglicherweise den Erfolg des Projekts.
Deshalb sollten Projektmanager und Unternehmen sich intensiv über die Standards informieren, bevor sie sich zu Lehrgängen und Zertifizierung anmelden. In Deutschland werden derzeit drei international gültige Standards für die Zertifizierung angeboten:
IPMA-Standard (vertreten durch den deutschen Fachverband „GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V.“): Das international anerkannte Zertifikat mit europäischer Prägung wird in rund fünfzig Ländern anerkannt, über 110.000 Zertifikate wurden weltweit vergeben. Der Fokus liegt bei diesem Standard auf einem ganzheitlichen Blickwinkel. Sowohl Projektmanagement Methoden als auch soziale Aspekte („Soft Skills“) werden in dem IPMA Standard gleichwertig betrachtet.
“PRINCE2“ (APMG): Dieser Standard, der ursprünglich ein Standard für regierungsnahe Projekte in Großbritannien war, ist mittlerweile für alle Projekte und in jeder Umgebung anwendbar. Er ist der weltweit meistverbreitete Projektmanagement-Standard. Er besticht vor allem durch seinen stark prozessbasierten Ansatz, der den Projektleiter wie ein Leitfaden durch die Planung, Steuerung und Abschluss des gesamten Projekts führt. PRINCE2 basiert auf sieben Grundprinzipien und legt seinen Fokus vor allem auf die Management Ebene.
„PMI Standard“ (Project Management Institute, USA): Mit weltweit über 300.000 zertifizierten Project Management Professionals (PMP) ist dieser Standard vor allem im internationalen Geschäft stark etabliert (Asien, Nord Amerika und zunehmend in Europa). PMI hat mit seinem Standardwerk PMBok („Project Management Body of Knowledge“) eine anerkannte Strukturierung in Projektmanagementprozesse und vertiefenden Wissensgebieten geschaffen, die Einsteigern und Experten im Projektmanagement weltweit dieselbe Sprache sprechen läßt.
Bei vielen Trainingsinstituten werden Lehrgänge angeboten, die auf die Zertifizierung allein nach einem Standard vorbereiten. Als eines der ersten Ausbildungsunternehmen in Deutschland bietet next level consulting Ausbildungslehrgänge zu allen drei Zertifizierungsstandards an. Weitere Informationen [link=]zu den einzelnen Standards sowie Ausbildungswegen.
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