Einführung von Prozessmanagement bei TIBA Austria

Geschäftsführer Christan Nageler hält seit 2008 in der TIBA Austria, dem größten österreichischen Hersteller von Betonteilen für den Tiefbau, die Managementagenden in seinen Händen und ist für die Bereiche Vertrieb und Finanzen in der Verantwortung.
2010 beauftragten Christian Nageler, sowie die Eigentümervertreter der TIBA Austria aus der Firma Frühwald GmbH und der Kirchdorfer Industries GmbH, next level consulting Prozessmanagement im Unternehmen zu etablieren.
next news: Wenn Sie heute zurückblicken, Sie haben mit viel Engagement ein Prozessmanagement-Projekt im letzten Jahr gestartet, was waren für Sie die Zielsetzungen und die Erwartungen damals?

Christian Nageler
C. Nageler: Die Zielsetzung des Projektes war es, eine Prozesslandkarte zu generieren, Prozesse darzustellen, da es das größte Problem der TIBA gewesen ist, dass wir eigentlich keine Arbeitsabläufe hatten. Dieses Problem resultierte aus der Geschichte der TIBA, denn als die drei Firmen zusammengelegt wurden, hatte jedes dieser Werke sein ganz eigenes System. Auch das SAP konnte dem keine Abhilfe schaffen, da es zwar Prozesse vorgab nach denen gearbeitet wurde, die grundlegenden Abläufe jedoch fehlten. Dadurch ergaben sich Probleme wie Mehrarbeit, fehlende Kompetenzverteilungen und vieles mehr.
next news: Welche Erwartungen und Ziele haben sich erfüllt, welche haben sich verändert oder wurden nicht erreicht?
C. Nageler: Etwas, was eigentlich kein ursprüngliches Ziel war, sich durch die Etablierung des Prozessmanagements jedoch ergab, war ein Organigramm. Durch diese Kompetenzverteilungen gibt es nun verschiedene Prozesse, die von verschiedenen Mitarbeitern geleitet werden und nicht mehr eine „Ein-Mann- Geschäftsführer- Hierarchie“, was auch die Abläufe und Aufgabenverteilungen schlüssiger macht.
Durch die Einführung von Prozessmanagement gibt es nun eine simple Entscheidungsstruktur, viele Hilfsmittel, wie zum Beispiel diverse Checklisten, was das Arbeiten einfacher gestaltet, die Prozesse werden gelebt. Ich kann mit dem Erfolg wirklich zufrieden sein.
next news: Wie würden Sie den Prozess vom Start des Projektes bis heute beschreiben? Was hat sich in jeder Phase getan, verändert oder gezeigt?
C. Nageler: Auch wenn ich dem Projekt von Beginn an sehr positiv gegenüberstand, so waren einige Mitarbeiter anfangs sehr skeptisch. Ab Mitte des Projekts fingen die Mitarbeiter jedoch an, mehr hinter Prozessmanagement zu sehen und erfüllten durch ihr Einbringen das Projekt erst richtig mit Leben.
next news: Wo sehen Sie die speziellen Herausforderungen in diesem Projekt?
C. Nageler: Die Herausforderung war eigentlich den Personen das prozessorientierte Denken beizubringen.
next news: Wie haben Ihre Mitarbeiter, Kunden und Ihre Eigentümervertreter auf das PzM reagiert? Welche Reaktionen und Feedback haben Sie bis heute wahrgenommen?
C. Nageler: Die Eigentümervertreter haben sehr, sehr positiv auf die Veränderungen reagiert, sie wussten auch, dass das Projekt notwendig war.
Kundenseitig kann ich sagen, dass der Service zum Kunden, aber auch die interne Abwicklung durch das Prozessmanagement wesentlich schneller und effektiver geworden ist. Die Zeit von Anfrage bis zur Angebotslegung hat sich stark verkürzt.
Meine Mitarbeiter arbeiten nun strukturierter, Arbeitsplatzanforderungen sind durch die Prozesse klar definiert, was auch Nachbesetzungen einfacher gestaltet. Einzig vielleicht, dass manche zu sehr auf ihre eigenen Prozesse achten und nicht mehr „über den Tellerrand „ hinaussehen, ist ein kleiner Nachteil.
next news: Welchen Tipp würden Sie Unternehmen geben, die sich für die Einführung von Prozessmanagement entscheiden?
C. Nageler: Man muss auf das Menschliche Rücksicht nehmen! Wichtig ist, nicht über den Kopf der Mitarbeiter mit der Brechstange hinweg etwas entscheiden, sondern sie von Anfang an in die Prozessgestaltung mit einbinden.
next news bedankt sich für das Gespräch!
