Tipps für den Umgang mit Störern in Projektteams
Heute: der Clown
Der Clown (wienerisch: Kasperl) bringt zu jedem Beitrag eines Teammitglieds und natürlich am liebsten zu Ihren Beiträgen als Projektmanager einen -aus seiner Sicht- lustigen Kommentar (wienerisch: er schiebt eine Wuchtel). Im Unterschied zu den bisher behandelten Störern, wie den Nörgler, den Choleriker oder den Besserwisser macht der Clown meist die Stimmung nicht schlechter, sondern besser, manchmal leider auch zu gut: Wenn das Team sich nur mehr lachend am Boden wälzt, dann ist es nicht mehr ganz so einfach die Agenda des Meetings im Auge zu behalten und die Tagesordnungspunkte einen nach dem anderen geordnet abzuarbeiten. Ebenfalls störend kann es wirken, wenn die Witze auf Kosten anderer Teammitglieder gehen, einfach nur geschmacklos oder unter der Gürtellinie sind. Besonders in sehr interkulturellen Teams wie zB. einem Team aus nord- und süddeutschen Kollegen kann die Art des Humors eine völlig andere sein!
Folgende 10 Top-Tipps helfen Ihnen sicher beim Umgang mit Clowns:
- Lassen Sie ihn einfach herumalbern. In Projektteams wird sowieso viel zu wenig gewitzelt und wenn das Projekt deshalb nicht zeitgerecht fertig wird, so müssen sie den Witzbold nur dazu bringen, dass es der Kunde auch extrem witzig findet.
- Versuchen Sie ihn zu übertreffen. Besuchen Sie einen Theaterworkshop zum Thema „Witze reißen Basic und Advanced“ oder Ausbildungen der next level emotion zum Thema „Improvisieren“ und zwingen Sie den Trainer dazu, dass er sie dazu ausbildet, noch schneller Gags zu bringen als Ihr Team-Kasperl. Sie können damit die Richtung der Witze bestimmen und laufen ihm außerdem den Rang ab.
- Versuchen Sie niemals dahinter zu kommen, warum der Clown die ganze Zeit herumalbert. Sie müssten sich sonst im schlimmsten Fall auch noch mit den Hintergründen des Verhaltens auseinandersetzen und nach vertraulichen Vier-Augen-Gesprächen weitere Maßnahmen durchführen. Schließlich sind Sie ja kein Clown-Doktor, oder?!
- Wenn Sie auf Unsicherheit als Grund für die Kasperliaden kommen, dann haben Sie den Clown am Haken. Sie können ihn nun mal so richtig vor dem Team lächerlich machen und bloßstellen. Am Besten im Beisein seines Vorgesetzten. Wenn Sie schon keine Freunde haben, dann ist es wichtig genügend Feinde zu haben.
- Schreien Sie den lustigen Typ im Team vor allen anderen einmal so richtig nieder, dass das hier ja nun mal kein Kindergarten ist, und dass wir schließlich nicht fürs Witze machen bezahlt werden. Seine Motivation sich weiter für das Projekt einzusetzen wird danach in unermessliche Höhen wandern.
- Veranstalten Sie einen Wettbewerb mit tollen Preisen für den Sieger zum Thema: „Das lustigste Teammitglied des heutigen Workshops“. Damit fördern Sie die Kreativität des Teams und locken bisher unentdeckte Talente vor den Vorhang. Wenn alle im Team zu Clowns werden, dann haben Sie beim Auftraggebermeeting sicherlich besonders viel zu lachen.
- Versuchen Sie nur ja nicht den Clown die Folgen seines Verhaltens und die Auswirkungen auf die Gruppenzusammenarbeit zu vermitteln. Er könnte ihre ernstgemeinten Argumente auch noch veralbern und dann wären Sie der Hanswurst (dt. Pickelhering) der Runde. Zeigen Sie lieber gleich Stärke und schmeißen ihn beim ersten Ansatz von humorigen Anmerkungen aus dem Team, am besten gleich aus dem Unternehmen. Dann kann er in Zukunft seine arbeitslosen Kollegen am Arbeitsamt unterhalten!
- Treffen Sie sich auch niemals außerhalb der Projektmeetings mit dem Possenreißer. Bei einem gemeinsamen Glas Bier könnten Sie ihm vielleicht sonst noch vermitteln, warum Sie seine andauernden ausufernden Späße im Meeting nicht brauchen können. Außerdem könnte er beginnen das Lokal mit peinlichen Witzen zu unterhalten und die anderen Gäste könnten glauben, dass Sie ihn kennen und zu ihm gehören.
- Vereinbaren Sie keinesfalls Spielregeln im Team. Schließlich könnte das Team noch die Formulierung finden, dass Humor im Team sehr geschätzt wird, dieser aber niemals untergriffig oder verletzend sein darf. Weitere Regeln wie das Einhalten der vereinbarten Zeiten würden vielleicht sogar noch dazu führen, dass Sie sein Fehlverhalten mit Hinweis auf diese Vereinbarungen ansprechen könnten ohne ihn direkt anzugreifen und vorzuführen. Das wäre doch etwas langweilig!
- Besuchen Sie den Witzereißer überraschend zu Haus um zu überprüfen, ob er sich bei seiner Partnerin auch so vorlaut zu sein traut. Falls er wie erwartet dort den Simandl (dt. Pantoffelheld) abgibt, dann erzählen Sie seiner Partnerin seine Top-Ten-Best-Of-Frauenfeindliche-Superwitze. Schließlich haben Sie deshalb im Meeting ihre Punkte nicht durchgebracht. Seine Partnerin wird ihnen die Dreckarbeit abnehmen...
Setzen Sie diese 10 Tipps genauso in Ihren Projekten ein, dann garantiere ich Ihnen, dass Sie ganz viel Spaß im Projekt haben werden und wünsche Ihnen schon jetzt viel Erfolg damit…;-)
Oder Sie versuchen doch eher genau das Gegenteil davon!
Falls Sie den Umgang mit Störungen im Projekt live ausprobieren wollen, dann würde ich mich freuen Sie in einem der nächsten Social Skill Trainings der next level consulting (inhouse) oder der next level academy (Überbetrieblich) begrüßen zu dürfen!

von Martin Maly, Trainer & Berater der next level consulting
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